Wie wilde Tiere

Nur was für echte Kerle: Autorennen 1911 / Quelle: Wikipedia

Zurück in die Zukunft sind unabhängig voneinander zwei Artikel über Elektromobilität in zwei renommierten Tageszeiten überschrieben – mit 6 Jahren Zeitabstand dazwischen.

Beide befassen sich mit dem interessanten Phänomen, dass es noch bis Anfang des 20. Jahrhunderts so aussah, als sei der Elektromotor dem Benzinmotor auch wirtschaftlich überlegen. In den USA fuhren Ende des 19. Jahrhunderts mehr Stromautos als mobile Verbrennungsmotoren! Dann war bald Schluss mit dem elektrischen Fahren. Warum?

Der erste Beitrag in der ZEIT vom September 2009 stammt von Manfred Kriener. Er beschreibt das Ende der noch im 19. Jahrhundert so erfolgreichen und zukunftsträchtigen Geschichte des Elektromobils wie folgt:

Der Rausch der Geschwindigkeit faszinierte. Tempo war alles. Batterieautos konnten da mit ihrer begrenzten Reichweite bald nicht mehr mithalten, für Langstreckenrennen waren sie völlig ungeeignet. Das bekam ihrem Image auf Dauer schlecht.
(Zitat aus: http://www.zeit.de/2009/38/A-Elektroauto

Der zweite Beitrag unter dem gleichen Titel stammt von Stefan Betschon und erschien in der NZZ im Oktober 2015:

Laut Mom waren es kulturelle Aspekte, die dem Benziner nützten: Weil sie laut waren und unzuverlässig und unberechenbar wie wilde Tiere, wurden die Verbrennungsmotoren Anfang des 20. Jahrhunderts von reichen Abenteurern geschätzt. Diese Autos fanden, wie Mom sagt, in einer «Macho-Kultur» als «Abenteuermaschinen» Anhänger. Technisch gebildete Leute hielten das damals für eine Modeerscheinung, die bald vorbeigehen würde.
(Zitat aus: http://www.nzz.ch/mobilitaet/auto-mobil/e-mobilitaet/zurueck-in-die-zukunft-1.18636874)

So können Emotionen den Lauf der Welt bestimmen – männliche Emotionen.